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# LEXIKON

Von Akne bis Zyklus – was steckt hinter diesen Begriffen? Erfahre alles über Sex, Liebe und Pubertät im loveline-Lexikon!

Harnröhre

Leitung, über die der Urin aus der Harnblase vom Körper ausgeschieden wird

Harn ist ein anderes Wort für den Urin. Die Harnröhre ist eine Art dünner Schlauch, durch den der Urin aus der Harnblase nach draußen fließt. Mädchen und Frauen haben eine sehr kurze Harnröhre. Die Öffnung liegt direkt oberhalb der Vagina-Öffnung, versteckt zwischen den Vulvalippen (Schamlippen). Jungen und Männer haben eine längere Harnröhre. Sie verläuft durch den Penis (Glied) und hat ihren Ausgang vorn an der Eichel. Durch die männliche Harnröhre fließt außer dem Urin auch die Samenflüssigkeit, aber nie beides gleichzeitig.

Hepatitis

Hepatitis ist eine sexuell übertragbare Infektion (STI).

Die Hepatitis ist eine Entzündung der Leber. Sie wird durch Viren übertragen. Dabei wird zwischen verschiedenen Typen unterschieden. Verbreitet sind vor allem die Hepatitis A, B oder C. Man kann sich aber schützen, indem man sich impfen lässt. Schutz bieten außerdem Kondome und Lecktücher. Bei Hepatitis A haben Betroffene meist starke Beschwerden, aber sie heilt von selbst aus. Meist steckt man sich an durch verschmutze Lebensmittel oder verunreinigtes Trinkwasser in Ländern mit schlechten Hygieneverhältnissen. Aber auch bei Analverkehr. Erreger können auch über Finger und Gegenstände übertragen werden, zum Beispiel Sexspielzeug. Eine Impfung kann schützen.
Bei Hepatitis B treten keine Beschwerden auf und die Krankheit heilt meist von selbst. Selten kann sie aber chronisch werden und die Gesundheit schädigen. Bei Vaginal-, Anal- und Oralverkehr kann man sich durch Kontakt mit infektiösen Körperflüssigkeiten anstecken, zum Beispiel Sperma, Scheidenflüssigkeit und Speichel. Schutz bieten Kondome, Lecktücher und eine Impfung. Es gibt auch eine Kombinations-Impfung gegen Hepatitis A und Hepatitis B. Unter 18 ist die Impfung kostenlos.

Bei Hepatitis C
treten keine oder geringe Beschwerden auf. Selten heilt die Krankheit von allein. Meist wird sie chronisch, was dann zu schweren Gesundheitsschäden führt. Anstecken kann man sich über den Kontakt mit infiziertem Blut an Spritzen, Nadeln, Röhrchen beim Drogenkonsum oder durch ungeschützten Vaginal- und Analverkehr. Mit Hepatitis C kann man sich immer wieder anstecken. Es gibt keine Impfung gegen Hepatitis C. Piercing, Tätowieren, Ohrlochstechen sollte man nur bei Fachleuten durchführen lassen. Beim Sex schützen Kondome und Lecktücher.

Herpes

Herpes ist eine sexuell übertragbare Infektion (STI).

Es gibt zwei unterschiedliche Arten von Herpes: Lippenherpes und Genitalherpes.  Die Herpes-Bläschen machen sich meist durch Jucken, Brennen und Schmerzen bemerkbar. Sie treten am Mund und im Rachenraum auf, an Vagina, Penis, an der Po-Öffnung (After) und am Enddarm. Herpes kann durch Kontakt, insbesondere durch den Bläscheninhalt, sehr leicht auf andere übertragen werden. Lippen-Herpes kann auch auf Vagina, Penis oder Po übertragen werden. Genital-Herpes kann auf Mund- und Rachenraum übertragen werden. Die Herpes-Bläschen heilen von selbst ab. Da das Herpes-Virus ein Leben lang im Körper bleibt, können sich immer wieder Bläschen bilden. Schutz vor einer Ansteckung bieten Kondome und Lecktücher.

Heterosexualität

Hetero bedeutet so viel wie: anders, ungleich oder verschieden.

Heterosexualität ist also die sexuelle Vorliebe für das „andere“ Geschlecht. D.h. ein Mädchen oder eine Frau begehrt einen Jungen oder Mann und umgekehrt. Eine andere Möglichkeit ist Homosexualität. Dies ist die sexuelle Vorliebe für das gleiche Geschlecht.

HIV

HIV ist eine sexuell übertragbare Infektion (STI).

HIV ist die Abkürzung für „Human Immunodeficiency Virus“ und bedeutet „menschliche Immunschwäche-Virus“. Das HI-Virus schädigt unbehandelt das Immunsystem des Körpers so, dass es sich nicht mehr gegen Krankheitserreger wehren kann. Betroffene erkranken dann schwer an Krankheiten, die eigentlich harmlos sind. Diesen Zustand nennt man AIDS. Übertragen werden kann HIV durch infektiöse Körperflüssigkeiten wie bspw. Sperma, (Menstruations-)Blut, Scheidenflüssigkeit oder der Flüssigkeitsfilm auf der Darmschleimhaut.

HIV ist nicht heilbar. Es gibt aber Medikamente, mit denen Betroffene ein fast normales Leben führen können.

Den besten Schutz vor HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen (STI) bieten Kondome und Lecktücher.

HIV-positiv

HIV-positiv sind Menschen, die sich mit dem HI-Virus angesteckt haben, kurz HIV.

Ob eine Person HIV-positiv ist, wird anhand eines HIV-Tests festgestellt. Fällt der Test positiv aus, ist die oder der Betroffene mit dem Virus infiziert und muss behandelt werden.

HIV-Test

Eine Infektion mit HIV lässt sich im Blut nachweisen (Testergebnis: positiv) und auch mit Sicherheit ausschließen (Testergebnis: negativ).

Möglich ist das bei manchen Tests schon sechs Wochen nach einem Risikokontakt, bei anderen erst nach drei Monaten. HIV-Tests kannst du bei einer Ärztin oder einem Arzt und in Beratungsstellen oder dem Gesundheitsamt machen lassen. Bei Beratungsstellen und dem Gesundheitsamt kannst du  den Test anonym machen. Es gibt auch HIV-Selbsttests (Schnelltests), die bereits nach 15-30 Minuten ein Ergebnis liefern. Das bedeutet jedoch nicht, dass eine HIV-Infektion sicher ausgeschlossen werden kann. Sollte das Testergebnis positiv ausfallen (eine HIV-Infektion wird nachgewiesen), wird ein weiterer Test gemacht, der Bestätigungstest. Erst dann ist das Ergebnis wirklich klar. Auch der Begriff „AIDS-Test“ wird benutzt, ist aber falsch.

Hoden

gehören zu den Geschlechtsorganen von Jungen und Männern

Die beiden eiförmigen Hoden gehören zu den primären Geschlechtsorganen von Jungen und Männern. Sie befinden sich im Hodensack unter dem Penis (Glied). Sie haben zwei wichtige Funktionen: Zum einen werden dort die männlichen Samenzellen (Spermien) hergestellt. Zum anderen produzieren sie Testosteron, ein für die Sexualität wichtiges Hormon.

Ein ausgewachsener Hoden ist etwa pflaumengroß und wiegt zwischen 20 und 30 Gramm. Die Hoden sind nicht ganz genau gleich groß. Oft hängt ein Hoden etwas tiefer als der andere. Das ist aber ganz normal.

Damit die Samenherstellung ohne Probleme funktioniert, müssen die Hoden etwa zwei Grad unter der normalen Körpertemperatur gehalten werden. Die Hoden sind äußerst empfindsam. Eine Anleitung zur Selbstuntersuchung der Hoden gibt es auf der Themenseite Hoden.

Hodensack

Siehe auch: Hoden.

Hoden, Nebenhoden und der untere Teil der Samenleiter liegen in einem Hautbeutel, dem Hodensack, der ab der Pubertät leicht behaart ist. Die Haut des Hodensacks ist besonders dünn, enthält viele Schweißdrüsen und ist von einem empfindlichen Gewebe aus unwillkürlichen Muskelfasern unterlegt. Er ist eine sehr erogene Zone für den Jungen/Mann.

Homosexualität

Homosexuelle Menschen (also Lesben und Schwule) fühlen sich sexuell und emotional von Menschen des gleichen Geschlechts angezogen.

Das ist ein Wort für die Liebe und die Lust zwischen zwei Menschen, die das gleiche Geschlecht haben. Bei Frauen wird das auch lesbisch genannt. Bei Männern wird das auch schwul genannt.

Viele Jugendliche machen homosexuelle Erfahrungen. Denn oft entwickelt sich die sexuelle Orientierung erst in der Pubertät. Mehr dazu auf der Themenseite „Wen liebe ich?“

Hormondrüsen

Bezeichnung für alle Drüsen, die Hormone produzieren, in die Blutbahn abgeben und so in die Körpervorgänge eingreifen.

Wichtige Hormondrüsen im Bereich der Sexualität und Fortpflanzung sind z.B. die Keimdrüsen (Hoden und Eierstöcke) und der Gelbkörper.

Hormone

Hormone sind chemische Stoffe, die in die Körpervorgänge eingreifen und diese steuern (z.B. Wachstum, Stoffwechsel).

Sie entstehen in den Hormondrüsen und werden in das Blut abgegeben.

Hormonimplantat

Verhütungsmittel

Das Hormonimplantat ist ein kleines Stäbchen, das von einem Frauenarzt oder einer Frauenärztin unter die Haut an der Innenseite des Oberarms eingepflanzt wird. Von dort werden kleine Mengen Gestagen in den Körper abgegeben, die eine Schwangerschaft über einen Zeitraum von drei Jahren sicher verhindern sollen. Das Gestagen unterdrückt den Eisprung und verändert den Schleim in der Gebärmutter.

Das Verhütungsstäbchen kann zu einem beliebigen Zeitpunkt wieder entfernt werden. Die Sicherheit des Hormonimplantats ist sehr hoch, wenn es korrekt eingesetzt wird. Deshalb ist es wichtig, dass die Frauenärztin oder der Frauenarzt die korrekte Lage des Implantats überprüft.

Hormonpflaster

Verhütungsmittel

Das hautfarbene Verhütungspflaster enthält zwei verschiedene Hormone. Es kann an der Außenseite der Oberarme, am Bauch, Po sowie am gesamten Oberkörper (außer im Brustbereich) aufgeklebt werden.

Die Wirkung des Pflasters entspricht dem von hormonellen Verhütungsmitteln wie z.B. dem der Pille. Es muss drei Wochen lang nach jeweils sieben Tagen gewechselt werden. Die vierte Woche, in der die Blutung einsetzt, braucht die Frau kein Pflaster und ist trotzdem vor einer Schwangerschaft geschützt.

Das Pflaster hält gut, auch im Schwimmbad, in der Sauna oder beim Sport und bietet eine hohe Verhütungssicherheit. Sehr häufige Nebenwirkungen sind Brustbeschwerden, Kopfschmerzen und Übelkeit. Bei erhöhtem Thromboserisiko wie z.B. bei Raucherinnen wird das Pflaster nicht empfohlen.

Hormonring (Vaginalring)

Verhütungsmittel

Der flexible, transparente Vaginalring ist ein biegsamer Kunststoffring, der zwei niedrig dosierte Hormone enthält und sich – in einer Größe – jeder Frau anpasst.

Der Ring wird von der Frau selbst ähnlich wie ein Tampon in die Scheide eingelegt und drei Wochen lang dort gelassen. Die Wirksamkeit des Vaginalrings ist mit der der Pille zu vergleichen. Die Wirkstoffe gelangen über die Vaginalwände direkt in die Blutbahn. Die Hormone verhindern die monatliche Freisetzung eines Eis aus den Eierstöcken. Darüber hinaus verändern die Hormone die Schleimkonsistenz im Gebärmutterhals, um ein Eindringen der Spermien zu verhindern. Dann wird er für eine Woche entfernt, in der dann die Periode eintritt. Danach wird wieder ein neuer Ring eingeführt. Auch in der ringfreien Woche schützt er vor einer Schwangerschaft.

Nach bisherigen Erkenntnissen bietet der Vaginalring eine sehr hohe Sicherheit, vergleichbar mit der Pille.

Hormonspirale

Verhütungsmittel

Die Hormonspirale (IUS) ist mit einem kleinen Hormondepot versehen und macht den Zervixschleim im Gebärmutterhals dicker und dadurch während des Eisprungs für die Spermien nahezu undurchlässig. Außerdem hemmt sie den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut, wodurch die Möglichkeit abnimmt, dass sich eine eventuell befruchtete Eizelle einnisten kann. Sie ist bis zu fünf Jahre wirksam. Die Hormonspirale weist eine hohe Sicherheit auf.

Da das Einführungsrohr dicker ist als bei anderen Spiralen, ist das Einsetzen etwas schwieriger. Deswegen ist die Hormonspirale bei Frauen, die noch nicht geboren haben, nicht als die Methode der ersten Wahl anzusehen und sollte nur dann in Betracht gezogen werden, wenn andere zuverlässige Methoden nicht in Frage kommen.

Hormonspritze

Die Hormonspritze oder auch Dreimonatsspritze ist ein hormonelles Verhütungsmittel.

Sie wird alle drei Monate in den Gesäß- oder Schultermuskel der Frau gespritzt. Der Wirkstoff verhindert den Eisprung und kann dazu führen, dass die Regelblutung sich verändert oder ganz ausbleibt.

Mädchen oder Frauen, die sich für diese Verhütungsmethode entscheiden, haben eine hohe Sicherheit nicht schwanger zu werden.

Allerdings gibt es neben den üblichen Nebenwirkungen ein erhöhtes Osteoporose-Risiko (Rückgang der Knochendichte). Eine ausführliche Beratung bei einer Beratungsstelle oder einem Gynäkologen/einer Gynäkologin, ob diese Verhütungsmethode in Frage kommt, ist also unverzichtbar. Siehe auch: Dreimonatsspritze

HPV

HPV ist die Abkürzung für das humane Papillom-Virus.

HPV kann beim Menschen zu Infektionen an Haut und Schleimhäuten führen bspw. können sich Feigwarzen bilden. Mehr als 150 verschiedene HP-Viren sind bekannt. Die meisten sind ungefährlich. Aber einige HP-Viren können zu Krebs führen.

Humane Papillomviren werden vorwiegend beim ungeschützten Vaginal-, Anal- und Oralsex übertragen. Das passiert vor allem über den direkten Haut- oder Schleimhautkontakt. Auch beim Petting kann man sich anstecken. Wer Kondome und Lecktücher verwendet, senkt das Risiko einer Ansteckung.

Es gibt eine HPV-Impfung. Sie schützt vor der Infektion mit den risikoreichsten HP-Typen.

Hygiene

Körperpflege

Für den Intimbereich (Scheide /Penis) ist nur das Waschen mit Wasser wichtig. Die Verwendung von Waschlotionen oder Intimsprays schadet eher, als dass sie etwas nützt.

Allerdings sollten sich Mädchen und Frauen jeden Tag die inneren und äußeren Venuslippen sowie die Gegend um den Darmausgang mit Wasser waschen. Immer von der Scheide zum After hin waschen, um so zu verhindern, dass Bakterien vom After in die Scheide gelangen und dort eine Entzündung hervorrufen können.

Die Jungen und Männer sollten täglich Penis und Hodensack mit Wasser und allenfalls seifenfreier Lotion waschen. Die Vorhaut wird dabei vorsichtig zurückgezogen, um die Eichel gründlich mit Wasser zu reinigen. Gerade dort können Bakterien leicht Entzündungen hervorrufen. Siehe auch: 'Körperpflege'

Hymen

Das Hymen (Jungfernhäutchen) ist ein weicher, gut dehnbarer Saum am Eingang der Vagina

Viele Menschen denken, es sei wie eine Art Verschluss der Vagina. Das ist aber nicht so. Das Hymen kann den Eingang der Vagina etwas bedecken, verschließt ihn aber nicht. Das Hymen kann verschieden aussehen, z. B. mal kreisrund oder kragenförmig.
Beim ersten Geschlechtsverkehr kann das Hymen ein bisschen an oder einreißen und dann auch etwas bluten. Das passiert aber nur ganz selten, weil das Hymen sehr dehnbar ist. Es heilt dann schnell wieder von alleine ab.

Daran, wie das Hymen aussieht, kann also nur sehr selten festgestellt werden, ob eine Jugendliche oder eine Frau schon Geschlechtsverkehr hatte oder nicht.

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